Freitag, 16. Dezember 2016

Aliens Vs. Cowboys #4

Eine Zentrale des Imperiums also. Diese großen, schwarzen Monster werden überall dort erschaffen, wo Khuaam Soldaten braucht. Alle sind gleich gebaut und die unzähligen, schwarzen Fenster sind für Blicke undurchdringlich. Wer da rein geht, kommt nie wieder raus. Oder zumindest nicht so, wie er vorher war.
Man sieht sie von überall aus der Stadt: Sie sind stets so hoch, dass auch das höchste Gebäude in der Umgebung davon verdeckt wird.
Natürlich bin ich nicht so wahnsinnig und gehe da hinein.
 Lieber gehe ich in ein Restaurant in der Nähe und warte darauf, dass irgendwer mir ein Schiff anbieten wird. Es kommt keiner. Hätte ich mir denken können.
Ich bezahle meinen dritten Burger und gehe die Straßen entlang. Langsam werden die Gebäude kleiner und vor mir öffnet sich ein riesiger Platz mit einer Akropolis in der Mitte. Rietsham war vor der Übernahme durch Mexiko eine griechische Kolonie. Und die Griechen lieben ihre Traditionen.
Auf jeden Fall ist der Platz um die Akropolis gedeckt mit glatten, grauen Steinen. Überall sind goldene Lampen verteilt, die mit ebenfalls goldenen, verzierten Linien miteinander verbunden sind. Das Gebäude selber ist weiß-gold und leuchtet ohne weiteres Zutun.
Ich gehe zu der Akropolis und merke durch meine Schuhe, wie heiß der Stein eigentlich ist.
Die Säulen sind aus der Nähe nicht so perfekt glatt wie die grauen Steine auf dem Boden und das weiße Granit der Wände. Genauer gesagt sind sie brüchig und überall wurden Namen eingeritzt. Ich folge der Tradition, nehme mein Feuermesser und schneide meinen Namen in die Säule. 'Конхицу', Konchitzu.
Ich sehe mich um. Niemand in der Nähe. Also gehe ich in die Akropolis.
Schlagartig wird es kühl um mich herum. Meine Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit. Und zuerst sehe ich Statuen. Viele Statuen. Statuen aus dem antiken Griechenland. Statuen aus Rom. Statuen von überall. Ich pfeife. Der verlorene Schatz von Rom. Die Sammlung aller Steinfiguren der Antike, jahrhundertelang von Archäologen gesucht, nie gefunden. Insgesamt sind die bestimmt einige Milliarden wert, immerhin sind sie vor 300 Jahren verschwunden.
Sie sind der erste Zivilist, der das hier seit langem sieht.“ Ich drehe mich um und sehe einen älteren, schwarzhaarigen Mann durch das Portal gehen. „Jetzt muss ich Sie aber leider bitten, schnell zu verschwinden und das hier zu vergessen. Ansonsten könnte es ungemütlich werden.“ „Weisen Sie sich aus.“ „Abind Akrus, oberster Feldherr des Imperiums. Ich bin hier eigentlich nur im Urlaub. Aber ich habe Sie hier rein gehen sehen.“ „Das ist unlogisch. Das Imperium sucht diese Statuen seit Jahren und weiß die ganze Zeit, dass die hier sind?“ „Sie sehen das falsch. Das ist logisch. Kann Kriege rechtfertigen. Diese Statuen sind nicht so wertvoll, wie ausgeschrieben ist. Vielleicht einige Millionen.“ „Das ist Betrug.“ „Nein. Wir betrügen niemanden.“ „Viele Menschen haben ihr Leben darauf verschwendet, das hier zu finden. Wenn das kein Betrug ist, dann willentliche Täuschung.“ „Ein Irrtum. Der damalige Schatzmeister hatte die Dokumente vertauscht und nach dem Bekanntwerden des Verlustes haben wir uns entschieden, ihn nicht einzugestehen. Jetzt muss ich Sie aber töten. Sie wissen zu viel.“
Er zieht seine Pistole und zielt auf mich.
Ansgar Jörg, 16. 12. 2016
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